Caspar David Friedrich (1774 - 1840)

Sein Leben, sein Werk und seine Landschaften (Greifswald, Rügen, Sächsische Schweiz, Böhmen, Riesengebirge)

Die enormen Besucherzahlen zu Ausstellungen und Retrospektiven von Caspar David Friedrich zeigen, welch ungebrochenes Interesse an ihm als dem Hauptvertreter der deutschen Malerei der Romantik besteht sowie an der gesamten Epoche der Romantik. Damals um 1800 fühlte sich eine ganze Generation am Abgrund, nichts schien mehr sicher, und statt dem Fortschrittsglauben der Aufklärung setzte Irritation, Bedrohung und existenzielle Not des Menschen ein.
Aus dieser bestürzenden Erfahrung heraus Lösungen zu finden, das war Endes des 18. Jahrhunderts die Geburtsstunde der Romantik, in der die Künstler nach Wegen suchten, wie man der Verstörung gleichzeitig Tröstung gegenüberstellen konnte. Heute, 200 Jahre später, hat dieses Problem und diese Kunst an Aktualität nichts verloren.

Der Vortrag zeigt anhand des Lebensweges von Caspar David Friedrich und seiner Werke, wie ihm das Landschaftsbild zur Chiffre wird, um beim Betrachter diese gewünschte Wirkung von Tröstung zu erzielen, und welch breite Palette an Bildsprache er dabei entwickelte, um vom Kreislauf von Werden und Vergehen zu sprechen und von der ursprünglichen göttlichen Einheit zwischen Mensch und Natur.
Zudem wird aufgezeigt, wie Friedrich über die Farbgebung hinaus in allen seinen Bildern insbesondere kombinierend und konstruierend vorging, um lichte Hoffnung gegenüber einer verschatteten Gegenwart malerisch auszudrücken.

Ergänzt wird der Vortrag durch eine aktuelle fotografische Spurensuche seiner Motive in den realen Landschaften, die C.D. Friedrich vor 200 Jahren erwanderte und skizzierte.